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Fundstücke aus der Recherche

Bretagne, 1713

Ein Jahr zwischen Krieg und Frieden, zwischen Meer und Moor. Hier sammle ich, was ich bei der Recherche zu meinem Debüt gefunden habe. Alles hier ist historisch belegt. Lies Dich ein und schau, wie fremd und wie nah Dir diese Zeit zugleich ist.

Kuriositätenkabinett

Sieben Dinge, die Du über die Bretagne um 1713 wissen solltest

Geschnitzter Holzkarren mit Sense in einem dunklen Vitrinenfach

Fundstück Nr. 1

Der Tod fährt einen Karren

In der bretonischen Volkssage holt der Ankou die Seelen der Verstorbenen. Er fährt mit einem Karren, dessen Achsen in der Nacht quietschen, und trägt eine Sense. Wer das Quietschen hört, weiß, dass bald jemand gehen muss. Der letzte Tote eines Jahres wird der Sage nach für das folgende Jahr zum Ankou seiner Pfarrei.

Altes Glasgefäß mit Moorwasser und Wollgras in einem dunklen Vitrinenfach

Fundstück Nr. 2

Ein Moor als Tor zur Unterwelt

Im Yeun Elez, einem Moor in den Monts d’Arrée, sahen die Menschen einst den Eingang zur Unterwelt.

Eingerollte Urkunde mit rotem Wachssiegel in einem dunklen Vitrinenfach

Fundstück Nr. 3

Frieden nach Jahren der Kaperfahrt

Im April 1713 schließt Frankreich in Utrecht Frieden mit England und den Niederlanden. Für Saint-Malo endet damit die Kaperei, von der die Stadt jahrelang gelebt hat. Mit dem Kaiser folgt der Frieden erst 1714 in Rastatt.

Alte Silbermünzen und Messingkompass in einem dunklen Vitrinenfach

Fundstück Nr. 4

Die Stadt der Korsaren

Saint-Malo ist reich durch Handel und Kaperei. Um 1700 schicken die Reeder der Stadt ihre Schiffe bis in die Südsee vor Peru und Chile und bringen Silber zurück.

Gebundene vergilbte Notenblätter in einem dunklen Vitrinenfach

Fundstück Nr. 5

Lieder vom Unglück

Gwerzioù sind bretonische Klagelieder. Sie erzählen von Schiffbruch, Mord und verlorener Liebe und wandern über Generationen von Mund zu Mund.

Zwei alte Lederbücher mit Schreibfeder in einem dunklen Vitrinenfach

Fundstück Nr. 6

Zwei Sprachen, ein Land

Im Westen sprechen die Menschen Bretonisch, im Osten rund um Saint-Malo Gallo und Französisch. Wer reist, wechselt die Sprache mit der Landschaft.

Verwittertes Granitkreuz mit Flechten in einem dunklen Vitrinenfach

Fundstück Nr. 7

Steinerne Kreuze am Wegesrand

Vor vielen Kirchen im Westen der Bretagne stehen Kalvarienberge aus Granit, die meisten aus dem 16. und 17. Jahrhundert. Ihre Figuren erzählen vom Leiden und vom Tod, so drastisch, dass man sie auch ohne Lesen versteht.

Leeres Vitrinenfach mit einer brennenden Kerze

Fundstück Nr. 8

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Was vor und nach 1713 geschieht

Von 1532 bis 1720

1532

Die Bretagne wird mit Frankreich vereint. Sie behält ihre eigenen Stände und ihr Parlament, das ab 1561 dauerhaft in Rennes tagt.

1675

Im Aufstand der Roten Mützen wehren sich bretonische Bauern gegen neue Steuern. Die Krone schlägt ihn hart nieder.

1711

Der Korsar René Duguay-Trouin aus Saint-Malo erobert Rio de Janeiro.

1713

Am 11. April wird in Utrecht der Frieden unterzeichnet, der den Spanischen Erbfolgekrieg für den größten Teil Europas beendet. In diesem Jahr beginnt meine Geschichte.

1715

Ludwig XIV. stirbt nach mehr als siebzig Jahren auf dem Thron.

1720

Im März werden in Nantes vier Adlige der Verschwörung von Pontcallec hingerichtet. Im Dezember brennt Rennes sechs Tage lang, große Teile der Altstadt gehen verloren.

Glossar

Kleines Wörterbuch für Moor und Küste

Zehn bretonische Wörter, die Dir in alten Liedern, auf Wegweisern und in meinem Kopf begegnen.

Breizh

Name

So heißt die Bretagne auf Bretonisch.

Armor

„Land am Meer“

Die Küste mit ihren Häfen, Klippen und Fischerdörfern.

Argoat

„Land der Wälder“

Das Landesinnere mit Wäldern, Heide und Moor.

Ankou

Gestalt der Volkssage

Der Bote des Todes, der die Seelen mit seinem Karren holt.

Gwerz

Mehrzahl Gwerzioù

Ein Klagelied über Unglück, Mord oder Verlust.

Yeun

Sumpf, Moor

Steckt im Namen des Yeun Elez in den Monts d’Arrée.

Korrigan

Gestalt der Volkssage

Ein kleines Feenwesen, das an Steinen und Quellen haust.

Menhir

„langer Stein“

Ein aufgerichteter Steinblock aus der Jungsteinzeit.

Pardon

Fest

Eine Wallfahrt zu Ehren einer Heiligen oder eines Heiligen.

Kenavo

Gruß

Auf Wiedersehen. Das letzte Wort gilt hier dem Abschied.

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„Ich fand die Beschreibung der düsteren, modrigen Atmosphäre durchweg gelungen.“

Ines, Testleserin von „Herbarium der Erloschenen“

Die Geschichte zu diesem Jahr

Herbarium der Erloschenen

Die Fundstücke auf dieser Seite sind echt. Die abgelegene Stadt im Moor findest Du nur in meinem Roman. Er erscheint am 18. Februar 2027.